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Wichtige Hinweise zum angekündigten GDL-Streik am Wochenende!

Wichtige Hinweise wegen des angekündigten GDL-Bahnstreiks am kommenden Wochenende!

Die Konferenz findet wie angekündigt statt!

Da kein Bedarf angemeldet wurde, wird die Kinderbetreuung entfallen.

Infos zur Anreise:

Hier geht’s  zum Notfahrplan der DB.

Nach Angaben der DB fährt vorraussichtlich
– der ICE Berlin, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg
Düsseldorf Flughafen, Düsseldorf: stündlich,
– der ICE München, Stuttgart, Frankfurt Flughafen, Köln, Düsseldorf,
Essen, Bochum, Dortmund: zweistündlich,
– der Regionalexpress Aachen, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum,
Dortmund, Hamm: stündlich,
– die S 1 Düsseldorf, Düsseldorf Flughafen, Duisburg, Essen, Bochum,
Bochum-Langendreer, Dortmund: stündlich.

Von Bochum Hauptbahnhof kommt man wie folgt zum Bahnhof Langendreer:
– Auf Gleis 8 mit der S 1 Richtung Dortmund, soll stündlich fahren,
2 Haltestellen bis Langendreer (nicht Langendreer West!),
– Mit dem Bus Linie 345 ab Haltestelle Hauptbahnhof / Boulevard in Richtung Langendreer bis Langendreer Nord (Haltestelle direkt vor dem Bahnhof), fährt Freitag alle 20 Minuten um X:15  , X:35 undX :55,  Samstag  um 8:55, 9:34, 10:04, 10:34 …, Sonntag alle 30 Minuten um X:18 und X:48. Fahrtzeit knapp 30 Minuten.
– Mit dem Taxi Fahrtzeit ca. 15 Minuten, Kostenpunkt ca. 20 Euro.

 

 

Countdown bis zum Konferenzstart…

In wenigen Tagen ist es soweit: am Freitag, den 7. November startet #cross_solidarity II – Re:Organisieren der Linken in der Krise um 17 Uhr im Bochumer Bahnhof Langendreer.

Wer sich im Vorfeld über die beteiligten Organisationen und Initiativen informieren möchte findet hier ein Glossar aller Mitwirkenden an #cross_solidarity II.

Auch anmelden kann eine_r sich noch: hier findet ihr sämtliche Informationen und das Anmeldeformular.

Einen Überblick über das aktuelle Programm sowie zusätzliche Informationen finden sich auch in unserem Tagungsreader (zum Selbstausdrucken).

Glossar der Mitwirkenden und vertretenen Organisationen, Initiativen und Netzwerke

Der Bahnhof Langendreer verbindet als soziokulturelles Zentrum Kultur mit gesellschaftspolitischen Inhalten. Mit seinen über 25 Jahren gehört es zu den ältesten soziokulturellen Zentren in NRW.

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Die Basisinitiative Solidarität (BaSo) ist eine Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen innerhalbund außerhalb von Betrieben die Möglichkeit zu geben, ihren Interessen Gehör zu verschaffen. Die Mitglieder sind ArbeitnehmerInnen, Arbeitslose und prekär Beschäftigte, die in demokratischer Weise gewerkschaftliche Ziele autonom verfolgen. Sie organisieren sich basisorientiert, wollen Initiativen ergreifen und verstehen solidarisches, gemeinsames Handeln als Ausgangspunkt ihres Wirkens.

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Blockupy ist ein bundesweiter Zusammenschluss verschiedener linker Gruppen, vorwiegend aus Deutschland. Das Ziel von Blockupy war und ist es, „Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes“ rund um das Bankenviertel in Frankfurt am Main zu organisieren. Die ersten konzertierten Proteste und Blockaden sowie eine Großdemonstration fanden im Mai 2012 statt.

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“Brot und Freiheit”, Ägypten
Die ägyptische Partei “Brot und Freiheit” ist seit Februar 2014 offiziell registriert und wurde im November 2013 von 300 Mitgliedern der “Popular Socialist Alliance Party”, die dem Flügel der Neuen Linken angehörten, ins Leben gerufen. Die Partei versteht sich als landesweites Netzwerk von Aktivist_innen und gesellschaftliche Linke.
Interview mit Elham Aidaross.

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Centro Sociale ESC-Atelier (Italien)
Initiative gegen Austeritätspolitik und Prekarisierung.

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Colectivo „Habita!” (Portugal)
Kollektiv für das Recht auf Wohnen und die Stadt, kämpft für Wohnen als Grundrecht, gegen Spekulation mit/ Vermarktlichung von Wohnraum, skandalisiert Leerstände und streitet für das Recht auf Stadt.

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DINAMO Press (Italien)
Alternatives Nachrichtenportal.

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Europäisches Aktionsbündnisses für das Recht auf Wohnen und die Stadt
Das “Europäische Aktionsbündnis für das Recht auf Wohnen und die Stadt” besteht aus unterschiedlichen Gruppen, Organisationen und sozialen Bewegungen. Es ist im Jahr 2013 bei Treffen in Deutschland und Griechenland entstanden.

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Habitat Netz e.V.
Arbeitsgruppe im Forum Umwelt und Entwicklung für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung. Zu den Tätigkeitsfeldern zählen Politikbeobachtung sowie die Vernetzung deutscher und internationaler unabhängiger Initiativen im Bereich der sozialen und ökologischen Stadtentwicklung und Wohnungspolitik.
Thematische Schwerpunkte: Recht auf Wohnen – (Internationale) Verteidigung und Aneignung des Rechts auf Wohnen gegen (z.B.) Vertreibungen und Verdrängung, Recht auf Wohnen und Sozialgesetzgebung; Privatisierung und Finanzmarktglobalisierung des Wohnens und der Bodenmärkte; Wohnen, Stadt und die Europäische Union; Internationale Erfahrungen und Perspektiven sozialer Bewegungen zur Wiederaneignung des Raums.

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Das Informationsbüro Nicaragua e.V. in Wuppertal wurde 1978 als eine der ersten festen Strukturen der entstehenden Nicaragua-Solidaritätsbewegung gegründet und fungierte während der 1980er Jahre als Koordinations- und Knotenpunkt breiter Teile der bundesdeutschen Bewegung zur Unterstützung der sandinistischen Revolution. Heute liegen die Arbeitsschwerpunkte im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit zu Lateinamerika und in der Zusammenarbeit und Förderung von Basisinitiativen in Nicaragua.

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In der Interventionistischen Linken  schlossen sich um 2005 bundesweite linke und linksradikale, antikapitalistische Gruppen und Initiativen zusammen. Die Gruppen arbeiten unter diesem Dach an verschiedenen bundesweiten und europäischen Kampagnen und verfolgen dabei zumeist das Konzept eines breitenwirksamen zivilen Ungehorsams, bspw. in Form von Massenblockaden.

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INURA steht für International Network for Urban Research and Action und ist ein Netzwerk von kritischen AktivistInnen und ForscherInnen, die in Stadtforschung und -aktion involviert sind. Es besteht aus Nachbarschafts- und Umweltgruppen, Universitäten und Personen aus der Verwaltung, die Erfahrungen austauschen, international vergleichen und gemeinsame Forschung betreiben wollen. Themen von INURA sind große Stadterneuerungsprojekte, die Entwicklung der Peripherie, Partizipation und Planung, soziale Bewegungen, Wohnungsbau, Verkehr, Urbane Renaissance etc.

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IU/PCE – Izquierda Unida

1986 gegründetes linkssozialistisches Parteienbündnis, Spanien.

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LabourNet Germany ist der Treffpunkt für Ungehorsame, mit oder ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch, für die gewerkschaftliche Linke im weitesten Sinne. Labournet Germany ist Teil der weltweiten Labournet-Initiativen, die die positiven Seiten der neuen Technologien für emanzipative Bestrebungen nutzen: Schnelligkeit, Umfang und Kontinuität von gesellschaftlicher Information, um Diskussion und Aktion zu ermöglichen. Thematisch befasst sich Labournet mit der Arbeitswelt und der Gesellschaft – und den Versuchen, beide zu verändern.

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Die Partei DIE LINKE formuliert in der Präambel ihres Parteiprogramms zwei Leitideen: Individuelle Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit für jedeN durch sozial gleiche Teilhabe an den Bedingungen eines selbstbestimmten Lebens sowie Solidarität als Grundlage einer solidarischen Gesellschaft. Darin ist die Dominanz des Profits überwunden und verlässliche und gute Lebensbedingungen für alle wären das Ziel des Wirtschaftens. Als zweite Leitidee: die Unterordnung der Wirtschaft unter die solidarische Entwicklung und den Erhalt der Natur.

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Die Mazdoor Kisan Shakti Sangathan (MKSS, Organisation zur Stärkung der Rechte von Arbeitern und Bauern) wurde 1990 im ländlichen Devdungri nahe der rajasthanischen Distriktsstadt Bhim von den BürgerrechtlerInnen Aruna Roy, Nikhil Dey und Shankar Singh gegründet. Die Organisation kämpft für das Recht auf Land, Mindestlöhne, Gerechtigkeit und Demokratie. Im Kampf gegen die Korruption erstritt sie in Teilen Indiens das „Recht auf Information“.

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Movimiento 15-M / Indignados (Empörte)
Am Sonntag, den 15. Mai 2011, eine Woche vor den Regional- und Kommunalwahlen in Spanien, begann eine “kleine Revolution“, die von  der Bewegung Democracia Real Ya (“Echte Demokratie Jetzt”) ausging und seitdem auch Movimiento 15-M (“Bewegung 15. Mai”) genannt wird.

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PAH (Plataforma de Afectados por la Hipoteca), Plattform der von Hypotheken Betroffenen.
Aufbauend auf Netzwerken gegenseitiger Unterstützung und überregionalen Kampagnen kämpft sie für fairen Zugang zu Wohnraum, für soziale Mieten und Gerechtigkeit im Wohngesetz. Sie entstand 2009 in Barcelona aus verschiedenen Wohnraum-bezogenen Kämpfen und Bewegungen.

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POWER ist eine Selbstorganisierung von Arbeiter_innen im Niedriglohnsektor und Erwerbslosen as den USA, die meisten Aktiven sind Frauen aus migrantischen Communities. POWER ist aktiv in Kämpfen gegen Obdachlosigkeit, Räumungen, Gentrifizierung und Ausbeutung in prekären Jobs und versteht sich als Selbstorganisierung von Betroffenen, die versucht andere Betroffene zu «organisieren», durch direktes Ansprechen, durch Kampagnen am Arbeitsplatz und im Stadtteil. Dabei verbinden sie Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen mit der Perspektive gesellschaftlicher Veränderung.

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Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der BRD. Sie versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus, als Diskussionsforum für kritisches Denken und politische Alternativen und als Forschungsstätte für eine progressive Gesellschaftsentwicklung. Sie steht der Partei DIE LINKE nahe.  An der Arbeit der Stiftung beteiligen sich viele ehrenamtliche Akteur_innen.

Zur Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW:  www.nrw.rosalux.de

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Die Bewegung der solidarischen Kliniken setzt der Austerität und der Ökonomisierung des Gesundheitswesens die praktische Solidarität entgegen: In den solidarischen Praxen versorgen hunderte von ehrenamtlichen Gesundheitsprofessionellen und andere in basisdemokratisch organisierten Strukturen Menschen, die nicht mehr versichert sind oder sich keine Versorgung leisten können. Zugleich rufen sie aber die PatientInnen und alle Beschäftigten zum Kampf Widerstand auf. Siehe auch Solidarity for All.

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Solidarity for All ist eine Plattform der selbstorganisierten sozialen Solidaritätsbewegungen in Griechenland. Es unterstützt die Strukturen der lokalen Basisbewegungen in ihren Alltagskämpfen gegen die Verarmung und sozialen Zerstörungen, die durch die  Austeritätsmaßnahmen und die  Politik der Troika verursacht werden. Die Plattform will wachsende soziale Solidaritätsbewegungen sichtbar machen und internationale Solidaritätskampagnen mit Griechenland durch Netzwerkarbeit innerhalb und außerhalb Griechenlands aufbauen.

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tie global (transnational information exchange) wurde 1978 gegründet und ist ein weltweites Netzwerk von Beschäftigten und  Basis-GewerkschaftsaktivistInnen der formellen sowie der informellen Ökonomie, die am Arbeitsplatz und in den sozialen Bewegungen aktiv sind.
Die Arbeit von tie global zielt darauf ab, ein Bewusstsein über globale Zusammenhänge zu vermitteln und eine Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und ihren Organisationen in verschiedenen Regionen der Welt zu fördern.
Heute sind Gruppen in Brasilien, Mosambik, Mexiko, den USA, Südafrika, dem Senegal, der Türkei, Bangladesch, Sri Lanka, Deutschland und Nigeria aktiv.

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Programm und Informationen für “#cross_solidarity II- Re:Organisieren der Linken in der Krise” online!

Ab sofort ist das Programm sowie die Anmeldung für die Konferenz #cross_solidarity II- Re:Organisieren der Linken in der Krise online!

Die Tagung findet diesmal im Bahnhof Langendreer in Bochum statt.

Wir freuen uns auch dieses jahr auf internationale Teilnehmer_innen, gute Diskussionen und Vernetzungsmöglichkeiten. Wer noch nicht da war, aber einen Eindruck bekommen will, wie es beim letzten Mal war: hier geht’s zur Dokumentationsseite der Konferenz 2013.

Also: Schnell anmelden und weitersagen.

18:30 Uhr: Transnationale Solidarität: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Transnationale Vernetzung und internationalistische Praxis sind für viele Bewegungen lange schon selbstverständlich – zum Teil aufgrund politischer Reflexion, zum Teil bedingt durch eine weitgehend globalisierte Kommunikation. Keine Frage: Die Globalisierung der Solidarität ist nötiger denn je!

Doch stoßen sie zugleich an schwierige Hürden. Die Bewegungen gegen die Krise sind zum Teil wesentlich besser und breiter in der Bevölkerung verankert als etwa die globalisierungskritische Bewegung es vermochte. Zugleich fehlt es an Ressourcen für die transnationale Bewegung.

Was könnten Verdichtungspunkte einer transnationalen Organisierung sein?

Mit: Corinna Genschel (Kontaktstelle soziale Bewegungen, Blockupy, Berlin), Heiner Köhnen (TIE), Vanessa Bilancetti (Centro Sociale ESC-Atelier, Italien), Harald Weinberg (DIE LINKE, Berlin), António Guterres (Inura, Portugal), Moderation: Eva Völpel (ver.di, Berlin).

14:30 Uhr: WS 2C Kämpfe um Arbeit – zwischen Standortpolitik und Internationalismus

In dieser Diskussion geht es darum, die Grenzen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Parteien auszuloten. Dabei wollen wir uns auch der Frage stellen, ob z.B. Kampagnen wie die gegen das Freihandelsabkommen TTIP das Potential haben, bis in die Gewerkschaftsapparate hinein die Standortlogik aufzuweichen und einen neuen Internationalismus zu fördern.

Die großen Gewerkschaftsverbände in Europa und der Europäische Gewerkschaftsbund haben in den vergangenen Jahren der Standortlogik wenig entgegensetzen können. Einer Politik, die der regionalen und nationalen Wahrung der Besitzstände das Wort redet und den Betriebsstandort sichern will – auch um den Preis, dass dann Betriebe woanders dicht gemacht werden müssen. Ganz zu schweigen von den großen politischen Fragen – von Sozialabbau bis hin zur Privatisierungspolitik – wo sie wenig Handlungsfähigkeit gezeigt haben, obwohl viele ihrer Mitglieder davon betroffen sind.

Angesichts dieser perspektivlosen Politik haben sich aber auch vielerorts Initiativen herausgebildet, die dieser Entwicklung entgegensteuern wollen. Das Labournet – ein basisgewerkschaftliches Internet-Portal – vernetzt seit Jahrzehnten Initiativen von GewerkschafterInnen, die vor allem sozialen Bewegungen und Arbeitskämpfen eine Öffentlichkeit geben wollen, die von den offiziellen Gewerkschaftsverbänden vernachlässigt werden. Trans International Exchange (TIE) untersucht z.B. globale Produktionsketten im Textilsektor und die Möglichkeiten der politischen und sozialen Intervention. Die basisgewerkschaftliche Initiative, die auf fast allen Kontinenten Mitstreiter_innen und Kontakte hat, beschäftigt sich auch mit neuen Ansätzen der gewerkschaftlichen Arbeit, die sich nicht nur im Betrieb, sondern auch im Stadtteil verorten. Aber auch in einigen Gewerkschaftsapparaten kommt es zu Neuorientierungen: So hat z.B. die belgische Angestelltengewerkschaft CNE seit einigen Jahren mit der Partei, der sie traditionell verbunden war, gebrochen und wendet sich Kräften links der Sozialdemokratie und den sozialen Bewegungen zu. Sie ist kein Einzelfall in Belgien.

Mit: Mag Wompel (labournet, Berlin), Heiner Köhnen (tie – Internationales Bildungswerk e.V. (Transnational Information Exchange)), Moderation: Gerhard Klas (Journalist, Köln).

14:30 Uhr: WS 2B Kampf um die Stadt und das Recht auf Wohnen

Die Kämpfe um Stadt, gegen Verdrängung und Zwangsräumung haben das Potenzial in scheinbar begrenzten Protesten oder Widerständen universelle Interessen zu verdichten. Wie kann dies auch transnational gelingen?

Wie überall wurden auch die Plätze in Spanien geräumt. Der neuen Demokratiebewegung gelang es jedoch in die Viertel zu streuen ohne zu zerstreuen. Und sie vollzog den Wechsel vom Symbolischen (den Platzbesetzungen) zum Materiellen (den Interventionen in konkrete soziale Verhältnisse). Sie konzentrierte ihre Kraft auf drängende Probleme, ohne in Ein-Punkt-Politiken zurückzufallen. Spektakulärstes Beispiel ist sicherlich die Bewegung der von Hypotheken Betroffenen, die PAH (Plataforma de los Afectados de la Hipoteca). Ihr gelang es, ein Netz wechselseitiger Solidarität gegen Zwangsräumungen zu knüpfen, dass sich nicht darauf beschränkt, Hilfe anzubieten, sondern selbst zu einem Ort politischer Aktion, Organisierung und Schulung wurde, über die Problematik des Wohnens hinaus – und dabei immer wieder eine verbindende Politik mit anderen Organisation, linken Parteien und Gewerkschaften pflegt. Wie gelang es ihnen, welchen Problemen sehen sie sich gegenüber?

Auch in Portugal hat sich im Zuge der Troika-Politik eine große Bewegung von Krisenprotesten entwickelt. Auch hier gab es trotz Problemen immer wieder Kooperationen zwischen Bewegungen, Parteien und Gewerkschaften – teilweise mit engen personellen Überschneidungen. Doch bisher hat die Bewegung nicht die ausreichende Stabilität erreicht. Welche Rolle spielt die Stadtpolitik in der Organisierung? Welche Probleme stellen sich? Welche Erfolge gibt es?

In Deutschland sind die Krisenproteste aufgrund seiner besonderen Position in der Krise verhältnismäßig klein. Dennoch hat sich in Hamburg in den letzten Jahren eine starke Bewegung für ein Recht auf Stadt entwickelt. In diesem Jahr verdichteten sich die Ereignisse mit den Protesten der Lampedusa-Flüchtlinge und den Auseinandersetzungen um die Rote Flora. Auch hier gibt es viele Cross-Left-Verbindungen. Welche Rolle haben die unterschiedlichen Teile der Organisierung, z.B. auch die Partei DIE LINKE? Was können wir daraus lernen? Wie geht es weiter?

Mit: Feli Velázquez (Aktivistin u.a. bei der IU/PCE – Izquierda Unida, Movimiento 15-M und PAH, Spanien), Christiane Schneider (Recht auf Stadt-Bewegung, DIE LINKE), Antonio Guterres (INURA, Portugal), Rita Silva (Colectivo Habita, Portugal, u.a. „Europäisches Aktionsbündnisses für das Recht auf Wohnen und die Stadt“, angefragt), Moderation: Mario Candeias (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin).

14:30 Uhr: WS 2A Who cares? Kämpfe um solidarische Gesundheitsversorgung

Am Beispiel Pflege und Gesundheit wird ein politisch derzeit stark umkämpfter Bereich sozialer Reproduktion unter die Lupe genommen. Hier finden seit Jahren wichtige gewerkschaftliche Kämpfe statt, in denen innovative Streikformen entwickelt werden konnten, die über diesen Bereich hinaus ausstrahlen.

Die Angebote öffentlicher Daseinsvorsorge sind durch jahrelange Austeritätspolitiken in den sogenannten Krisenländern massiv zusammengeschmolzen – und auch hierzulande löchrig geworden. Hochwertige Gesundheitsversorgung und gute Pflege werden mehr und mehr zu einer Frage von arm und reich. Was in den Institutionen nicht mehr stattfindet, wird in die Haushalte zurück verschoben, führt dort zu Überforderung und stabilisiert traditionelle Geschlechterrollen. Wer sich nicht privat zusatzversichert muss mit minderer Qualität leben. So kann ein tragfähiges Modell von Gemeinwesen nicht aussehen. Und viele beginnen deshalb, sich rund um diese Fragen zu organisieren.

Mit der Forderung nach festen – auch gesetzlich zu verankernden – Pflegequoten ist es den Beschäftigten der Charité Berlin außerdem gelungen, die Anliegen von Patient_innen und Angehörigen in laufende Arbeitskämpfe einzubeziehen. Aber auch der Bereich häuslicher Pflege ist politisch umkämpft. So gibt es erste Erfolge einer gewerkschaftlich unterstützten Organisierung von (überwiegend) migrantischen 24-Stunden-Pflegekräften in der Schweiz, die auch das Dilemma pflegender Angehöriger auf die Tagesordnung gesetzt haben. Die völlig unzureichende finanzielle Ausstattung der Pflegeversicherung individualisiert das Problem der Pflege von alten und kranken Menschen bzw. verschiebt es in undokumentierte und teils Sklaverei-ähnliche Arbeitsverhältnisse. Damit sind auch Fragen der demokratischen Kontrolle und Gestaltung sozialer Infrastrukturen aufgeworfen. In Griechenland sind die solidarischen Kliniken deshalb auch Orte einer Re:Organisierung der Linken. Nicht um „Charity“ geht es hier, sondern um die Entwicklung neuer kollektiver Praxen, in denen Modelle künftiger sozialer Infrastrukturen erkennbar werden.

Mit: Harald Weinberg (gesundheitspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE), Eleni Chatzmichali (Solidarity4all und Solidarische Kliniken Griechenland), Laura Bremert (organisiert in der Interventionistischen Linken), Moderation: Barbara Fried (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin).

10:30 Uhr: WS 1B „… denn die Köchin soll den Staat regieren!“ – Erfahrungen mit Transformative Organizing

Welchen Beitrag kann Transformative Organizing zur Re:Organsiation der Mosaik-Linken leisten? Wie entwickeln die Akteur_innen auf Grundlage ihrer partikularen, womöglich gar widersprüchlichen Interessen ein gemeinsames Projekt, das über die Grenzen des Bestehenden hinausweist? Welche Strukturen, welche Einstellungen und politische Kultur braucht es dazu? Wie wird innerhalb der Organisation mit Macht umgegangen? Wie lernen Menschen, ihre Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen? Welche Bündnisse sind möglich und notwendig? Was lässt sich aus Erfahrungen in den USA, Indien oder Deutschland lernen und in andere Kontexte übertragen?

Community-Organizing zielt darauf, soziale Bewegungen aufzubauen und möglichst breite Bündnisse zwischen lokalen Gruppen und Akteur_innen zu schmieden, um unmittelbare, konkrete Belange durchzusetzen. Selbst-Repräsentation soll dabei traditionelle Stellvertreterpolitik ersetzen. „Transformative Organizing“ geht darüber hinaus, setzt auf revolutionäre Realpolitik und versucht, eine grundlegende Perspektive gesellschaftlicher Veränderung systematisch in die alltägliche Arbeit mit einzubeziehen.

Mit: Steve Williams (eh. Geschäftsführer von POWER, USA), Nikhil Dey (Mazdoor Kishan Shakti Sangthan (MKSS), Indien), Christina Kaindl (DIE LINKE, Berlin), Moderation: Melanie Stitz (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Duisburg)

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